Rettungsaktion Grootkraal aktuell
DAS PROJEKT „GROOTKRAAL“ GEHT WEITER
Nach dem 2jährigen erfolgreichen Einsatz für die Grootkraal Primary School in Südafrika wollte der dortige Schulleiter, Mr. Llewellyn Metembo eigentlich die Schülerinnen und Schüler der Ernst – Barlach – Realschule in Rheda – Wiedenbrück besuchen und sich bei jedem einzelnen von ihnen herzlich für den Kampf gegen Ungerechtigkeiten und für das Recht auf Bildung aller Kinder bedanken. Leider musste er aber aus gesundheitlichen Gründen die Reise nach Deutschland kurzfristig absagen.
Die Enttäuschung der Kinder aus Rheda war natürlich groß, denn was hatte man nicht alles für die Besuchswoche des Mr. Metembo geplant?
Ein Grillfest mit Schneelandschaft und Alphornbläsern, einen Sponsorenlauf zugunsten der afrikanischen Schule, einen Besuch im Bethanien Kinder- und Jugenddorf bei Köln (auch sie unterstützten die afrikanische Schule) mit einer Abordnung der Klasse 8a, die ja die Initiatoren der Partnerschaft zwischen der EBR und der Grootkraal Schule sind.
Und schließlich sollte eine Abordnung der 8a mit Mr. Metembo zu Herrn MdB Brandner nach Berlin fahren, wo sie auch Henning Krautmacher, den Sänger der „HÖHNER“ treffen sollten. Beide hatten sich ebenfalls für die Partnerschaft zwischen den beiden Klassen eingesetzt, die 9612 km trennen.
Nach kurzer Überlegung waren sich alle Beteiligten einig: das Programm muss laufen – auch ohne den afrikanischen Schulleiter. Denn jetzt benötigen die afrikanischen Freunde erst recht die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler der EBR.
Nach wie vor gibt es Streitigkeiten mit dem neuen Besitzer des Farmgeländes, auf dem die afrikanische Schule steht, und ist der Schulleiter erst einmal außer Gefecht gesetzt, muss sofort sicher gestellt sein, dass die deutschen Kinder nicht nachlassen im Kampf für das Recht auf Bildung für jedes Kind.
Somit fand das Grillfest wie auch der Sponsorenlauf (Extrabericht) statt.
Die erste Abordnung der Klasse 8a machte sich mit ihrer Klassenlehrerin auf den Weg ins Rheinland, um sich im Namen des Mr. Metembo bei den Kindern des Bethanien Kinder- und Jugenddorfes in Refrath zu bedanken. Marta, Nora und Beni wurden herzlich im Kinderdorf aufgenommen, konnten sich rundherum über die Einrichtung informieren und fanden es toll, dass sie in diesen Kindern starke Partner im Kampf gegen Ungerechtigkeit haben.
Nicht umsonst hatten ja die Kinder des Kinderdorfes im vergangenen Jahr eine CD zum Thema „Kinderrechte“ herausgebracht.
Klar, dass als Abschluss des Tages ein Besuch im Kölner Dom und auf dem Weihnachtsmarkt nicht fehlen durften.
Eine zweite Abordnung brach einen Tag später nach Berlin auf. Hier war ein Treffen mit den Herren Klaus Brandner MdB und Henning Krautmacher verabredet.
Gemeinsam mit den beiden prominenten und tatkräftigen Herren konnten die Kinder großartige weitere Unterstützungen aushandeln. So sagte Herr Brandner seine Hilfe zu, engere Kontakte zur Grootkraal Primary School zu knüpfen, und Henning Krautmacher, der für die Ernst – Barlach – Realschule schon längst kein Unbekannter mehr ist, denn immer wieder stand er der Musical – Gruppe mit Rat und Tat zur Seite, will sich ebenfalls stark machen für den Erhalt der Schule.
Ein besonderes Highlight war die Tatsache, dass auch die Herren Dr. Franz Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel „vorbeischauten“ und sich nach dem Projekt „Grootkraal“ erkundigten.
Dr. Steinemeier hatten die Kinder schon im vergangenen Jahr persönlich kennen gelernt, als sie ihre 5000 gesammelten Unterschriften für den Erhalt der afrikanischen Schule abgaben.
Herr Gabriel nahm sich trotz Haushaltsabstimmungen viel Zeit, und lobte das Engagement der Kinder. Für ihn seien die Schüler und Schülerinnen „kleine Botschafter Deutschlands“, die durch ihren Einsatz für die afrikanischen Freunde ernste Partner im Prozess der Weltfreundschaft geworden sind.
Den Abschluss des Tages bildete die kundige Berlinführung durch Henning Krautmacher, der zum echten Freund der Kinder wurde. „Echte Fründe ston zesamme“, das kann man wohl sagen, wenn man miterlebt hat, wie ernst er die Kinder und deren Projekt nahm.
Nach ihrem letztjährigen Berlinaufenthalt war das Interesse der Schülerinnen und Schüler der 8a an der deutsch – deutschen Geschichte so groß, dass es zum Thema im Politikunterricht wurde.
Nun hatten die Kinder die Gelegenheit, im Mauermuseum viele der Fluchtfahrzeuge und – hilfsmittel zu sehen, von denen sie bislang nur gehört hatten.
Und dann gab’s da ja noch einen echten „Krautmacher“: Henning Krautmacher, der nicht nur Sänger, sondern auch bildender Künstler ist, malte zum 10. Todestag des bekannten Grenzflüchtlings Conrad Schumann (das Foto des über den Stacheldraht springenden Grenzsoldaten wurde weltbekannt) sein Bild mit der hintergründigen Deklinierung „go – gun – gone“!
Bei all den spannenden Ereignissen dieser vergangenen Woche war den Kindern aber immer wieder die Hoffnung wichtig, dass Mr. Metembo ganz schnell wieder gesund wird und auf afrikanischer Seite für Dinge einsteht, für die wir auf deutscher Seite weiter kämpfen wollen.
„If you can’t dream it, you can’t do it“! Und was haben wir schon alles erträumt.
Generalkonsul als Spendenüberbringer für die Ernst – Barlach – Realschule
„Wenn viele kleine Menschen, an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann ändert sich die Welt!“(B. Rütting) Das erfahren die Schülerinnen und Schüler der Ernst – Barlach – Realschule aus Rheda gerade.
Denn inzwischen hat der deutsche Generalkonsul in Kapstadt, Hans Werner Bussmann das Geld, das die Schüler im vergangenen Schuljahr in vielen Aktionen gesammelt haben (immerhin ist die stattliche Summe von 4500,- € zusammen gekommen) in einer kleinen Feierstunde dem Schulleiter Mr. Metembo überreicht. Herr Bussmann berichtete der Klassenlehrerin der 7a, Jutta Maas, dass die ganze Schulgemeinde der Grootkraal Primary School versammelt war, als ihm durch Mr. Metembo ein Eindruck darüber verschafft wurde, wie und wo die afrikanischen Kinder lernen, welch positive Bedeutung und Erfahrung die Partnerschaft mit der deutschen Schule bereits hervorgerufen hat und wie die Zukunft der Kinder mit und ohne Schulbildung aussehen würde.
Die Freude über die Geldspende war groß, ist man doch nun in der Lage, neue Lehrmittel für die Kinder in Afrika anzuschaffen und so eine zukunftsorientierte Bildung zu gewährleisten.
Der Schule drohte nach dem Grundstücksverkauf die Schließung. Aber dem Einsatz der Klasse 7a der EBR ist es zu verdanken, dass die Grootkraal Primary School an einem neuen Standort wieder errichtet werden soll. Auch das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich beeindruckt vom sozialen Engagement der Kinder und versprach, sich ebenfalls für den Fortbestand der Schule einzusetzen, was dadurch demonstriert wurde, dass Herr Bussmann symbolisch einen Football überreichte.
Jetzt gilt es die Durststrecke bis zum Wiederaufbau der Schule zu überstehen. Für die Übergangszeit müssen sich die 160 afrikanischen Kinder mit einer Schule in Containern behelfen. Bislang ist noch nicht geklärt, wo diese Container aufgestellt werden sollen. Geplant ist der Standort in einer Entfernung von 40 km von der bisherigen Schule. Mit großem Interesse verfolgen die Schülerinnen und Schüler der EBR das Geschehen. Denn schließlich geht es um die Zukunft ihrer afrikanischen Freunde. Und so ist es klar, dass sich die deutschen Schüler auch weiterhin für die gute Sache einsetzen werden, zumal sie in MdB Klaus Brandner und „Höhner – Frontman“ Henning Krautmacher einflussreiche Helfer an ihrer Seite haben.
Unten in der Galerie finden ihr noch zahlreiche Fotos!!!
„Mir kumme mit alle Mann vorbei …“
Nicht ganz! Aber 6 Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a der Ernst – Barlach – Realschule waren am vergangenen Wochenende im Vier – Jahreszeiten – Park in Oelde beim Konzert der HÖHNER.
Der Frontman Henning Krautmacher, der die Klasse schon bei ihrer Unterschriftenaktion gegen die Schließung der afrikanischen Partnerschule unterstützte, hatte nun einen Teil der Klasse eingeladen, ihn jetzt auch persönlich zu treffen.
Mit dem Banner „Grootkraal soll offen bleiben“, das schon so manche Reise überstanden hatte – einschließlich der Fahrt nach Berlin zum Bundestag - , reisten die Kinder mit ihrer Klassenlehrerin Frau Maas nach Oelde und überreichten dem prominenten Gesangsstar als Dank für seine Unterstützung einen Makarapa, wie ihn auch schon die Herren Brandner, Dr. Steinmeier und Dr. Westerwelle erhalten haben.
Henning Krautmacher hingegen sagte den Kindern zu, in ihrem Kampf um die Erhaltung der Schule weiterhin an ihrer Seite zu sein.
Inzwischen ist der Stand in Afrika so, dass die Schule zwar ihren alten Standort auf dem Farmgelände verlassen muss, dass aber übergangsweise der Unterricht in Containern stattfinden soll, bis die Schule an einem neuen Standort aufgebaut ist.
Nun sollen die bildungswilligen Kinder in Container ohne sanitäre Anlagen ausquartiert werden, auf ein Gelände in 19 km Entfernung. 19 km sind in Deutschland in einer knappen halben Stunde zu erreichen. In Südafrika benötigt man da leicht schon mal 2 Stunden mit dem Bus und einen halben Tag zu Fuß – bei Wind und Wetter.
Und hier setzten die Kinder aus Rheda wieder mit ihrem Einsatz an.
Sie wollen mit weiteren Aktionen darauf aufmerksam machen, dass ihre afrikanischen Freunde eine reale Möglichkeit erhalten, ihre Schulbildung zu Ende zu führen und somit eine Chance auf ein besseres Leben zu wahren.
Gelernt haben die Kinder der Ernst – Barlach – Realschule durch ihre energischen Aktionen eins ganz bestimmt: wenn Du etwas wirklich willst, dann kannst Du es auch erreichen. Gib einfach nie auf!
Unterstützt werden sie in ihrem Bestreben nun auch durch Henning Krautmacher, der in einem öffentlichen Brief aufruft: Helfen Sie mit, die Welt ein klein bisschen zu verbessern!
Bildunterschriften:
Lea, Philipp, Simon, Daniel, Yannik, Henning Krautmacher, Jutta Maas und Michaela blicken hoffnungsvoll auf das Ergebnis ihrer Bemühungen.
„Grootkraal soll offen bleiben“ , auf dieses Motto vertrauen die 7a der Ernst – Barlach – Realschule in Vertretung durch Frau Maas, Daniel, Lea, Michaela, Henning Krautmacher, Simon, Philipp und Yannik.
Henning Krautmacher leistet seine Unterschrift unter den öffentlichen Hilfeaufruf und die Schülervertreter der 7a schauen ihm dabei über die Schulter: Michaela, Lea, Daniel, Simon, Yannik und Philipp
Folgenden Brief hat Henning Krautmacher unterschrieben:
Bildung ist wichtig für die Fähigkeit des Menschen, sich für die eigenen Rechte einzusetzen und sich im solidarischen Einsatz grundlegender Rechte anderer zu engagieren.
„Das Recht auf Bildung ist das Recht eines jeden Menschen,“ so steht es in der Allgemeinen Erklärung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.
Wie aber soll dieses Recht für die 160 Kinder der Grootkraal Primary School in Südafrika durchgesetzt werden?
Schülerinnen und Schüler der Ernst – Barlach – Realschule in Rheda – Wiedenbrück kämpfen seit fast 2 Jahren darum, dass ihre Freunde aus der Partnerschule, zu denen sie in emails und Briefen Kontakt aufgebaut haben und für die sie bis nach Berlin zu Herrn Dr. Westerwelle und Herrn Dr. Steinmeier gegangen sind, weiterhin die Möglichkeit der Bildung haben.
Trotz anfänglicher Zusage, dass die Schule bestehen bleibt, entschied man sich in Afrika nun dafür, die Schule am 30.06.2011 zu schließen, weil das Land, auf dem die Schule seit 80 Jahren steht, verkauft wurde und der neue Besitzer dieses Land zu touristischen Zwecken nutzen will.
Nun sollen die bildungswilligen Kinder in Container ohne sanitäre Anlagen ausquartiert werden, auf ein Gelände in 19 km Entfernung. 19 km sind in Deutschland in einer knappen halben Stunde zu erreichen. In Südafrika benötigt man da leicht schon mal 2 Stunden mit dem Bus und einen halben Tag zu Fuß – bei Wind und Wetter.
Wen wundert’s, dass die Kinder der Schule aus Rheda sich mit dieser Lösung nicht zufrieden geben wollen. Sie baten mich, Ihnen als Fürsprecher eine Stimme zu geben.
Gerne komme ich dieser Aufforderung nach.
Was gibt es Wertvolleres, als unseren Kindern und Jugendlichen im Kampf für die gute Sache, für Solidarität gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierungen den Rücken zu stärken und ihnen mit gutem Beispiel voran zu gehen?
Bitte helfen Sie mit, den 160 Kindern am anderen Ende der Welt die Möglichkeit auf Bildung und somit auf eine bessere Zukunft zu geben.
Natürlich gibt es auch in unserem Land Ungerechtigkeiten, aber wenn Kinder sich – egal wo – für die gute Sache stark machen, dann ist das unser aller Unterstützung wert.
Helfen Sie mit, die Welt ein klein bisschen zu verbessern.
Oelde, den 26. Juni 2011
Gute Nachrichten von der Partnerschule in Südafrika
Seit fast 2 Jahren besteht nun die Partnerschaft zwischen der Klasse 7a und der Grootkraal Primary School in Südafrika.
Durch die anfänglich privaten Kontakte der Klassenlehrerin Jutta Maas zu dem dortigen Schulleiter Llewelyn Metembo hatte sich eine Brieffreundschaft zwischen den afrikanischen Kindern und den Kindern aus Rheda entwickelt, die scheinbar eine ganze Menge bewirken kann.
Die Klasse 7a freut sich über die südafrikanischen Briefe und will die Freunde auf der anderen Seite der Weltkugel weiterhin tatkräftig unterstützen.
Der afrikanischen Schule drohte nach 80jährigem Bestehen die Schließung. Da wandten sich die Kinder und Erwachsenen aus Afrika an ihre Freunde in Rheda, und die organisierten einen Hilfsplan. Der Bundestagsabgeordnete Klaus Brandner wurde mit ins Boot geholt, der die Klasse 7a tatkräftig unterstützte. Etwa 5000 Unterschriften konnten an den Außenminister Dr. Guido Westerwelle und an den ehemaligen Außenminister Dr. Frank Walter Steinmeier überreicht werden. Die Herren schalteten die deutsche Botschaft in Südafrika ein und bewirkten eine Aufhebung des Schulschließungsplans.
Nun erhielten die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse die Nachricht, dass anlässlich des 80jährigen Bestehens der Grootkraal Primary School der deutsche Generalkonsul sein Kommen bei einer der Festveranstaltungen dort zugesagt hat. Gleichzeitig erfuhr Mr. Metembo, dass die afrikanische Schule eine von Deutschland finanzierte Sportausstattung bekommen soll. Klar, dass der Jubel in der kleinen afrikanischen Schule jetzt groß ist.
Diana, Yonca, Esra, Marta, Nora und Schadia freuen sich über Post aus Südafrika
Und die Kinder aus Rheda freuen sich, dass sich ihr Einsatz für die afrikanischen Freunde so gelohnt hat. Was man mit einem Blick über den Tellerrand hinaus, Einsatz für andere und Hoffen auf das Unmögliche doch erreichen kann, das erfuhren die Schülerinnen und Schüler der Ernst – Barlach – Realschule hautnah.
Nun erhielten sie eine Einladung von ihrer Partnerschule, nach Grootkraal zu kommen und sich vom Erfolg ihres Einsatzes selbst zu überzeugen. Auch wenn diese Einladung etwas wirklichkeitsfern erscheint: Höre nie auf zu träumen, wer weiß, was passiert!
Westerwelle und Steinmeier loben Engagement
Schüler der Ernst-Barlach-Realschüler setzen sich in Berlin für afrikanische Freunde ein
„Mit Klaus Brandner sind wir an den richtigen Mann geraten“, meint J. Maas, Klassenlehrerin der 7a der Ernst-Barlach-Realschule in Rheda-Wiedenbrück. Seit einigen Wochen setzen sich die Schüler gegen die Schließung ihrer Partnerschule, der Grootkraal Primary School, in Südafrika ein. Der SPD-Bundestagsabgeordnete sorgte nun dafür, dass die engagierten Jugendlichen bei Außenminister Dr. Guido Westerwelle und dem Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Frank Walter Steinmeier vorsprechen durften.
Mit selbst gemalten Plakaten, einem großen Banner, einer Liste von 4.384 Unterschriften, gebastelten Dankesgeschenken und viel Optimismus stiegen Schüler, Lehrer und Elternvertreter am Dienstag in den Zug Richtung Hauptstadt. Sie hätten wohl nie davon zu träumen gewagt, dass sie mit Hilfe von Klaus Brandner einmal ihr Anliegen im Deutschen Bundestag vortragen könnten. Am Rande der laufenden Haushaltsdebatte sorgte der SPD-Bundestagsabgeordnete für ein Treffen mit Westerwelle und Steinmeier.
„Das ist eine tolle Initiative von euch“, lobte Dr. Guido Westerwelle das Engagement und das Durchhaltevermögen der Schüler aus Rheda-Wiedenbrück und verriet nebenbei: „Auch ich war mal Schüler an der Realschule.“ Er berichtete, dass das Außenministerium Kontakt zum Erziehungsministerium in Kapstadt aufgenommen habe. Die Verhandlungen mit dem neuen Besitzer des Landes, auf dem die Partnerschule der Ernst-Barlach-Realschule steht, sind derzeit noch nicht abgeschlossen. Brandner freute sich aber über den positiven Zwischenstand: „Immerhin ist so erreicht, dass es Zeit gibt, zu planen und Alternativen zu überdenken.“ Ihm ist es besonders wichtig, dass junge Menschen sehen, dass sie mit ihrem Einsatz etwas bewegen können und ihre Aktivität Ergebnisse hat.
Deshalb sorgte er auch dafür, dass die Schüler neben dem Außenminister noch einem Politiker ihr Anliegen vortragen konnten, den sie sonst nur aus dem Fernsehen kennen: Frank Walter Steinmeier traf sich mit der 7a und sprach ihnen seine Anerkennung aus: „Meine Hochachtung und meinen Respekt vor dem, was ihr da auf die Beine gestellt habt – toll, dass ihr euch nicht nur darum kümmert, was auf eurem Pausenhof passiert, sondern auch für die Schüler in Südafrika einsetzt.“ An ihn, Dr. Guido Westerwelle und auch an Klaus Brandner überreichten die Jugendlichen selbst gebastelte Makarapas, südafrikanische Helme für Fußballfans.
„Das war ein unvergesslicher Tag für uns“, zog J. Maas am Abend ein durchweg positives Fazit aus dem Berlin-Besuch. „Wir werden auf jeden Fall weitermachen und dafür kämpfen, dass die Kinder der Grootkraal Primary School auch in Zukunft zur Schule gehen können.“
„Termin bei Angela Merkel“
Ernst – Barlach – Realschüler überreichen Bundeskanzlerin Unterschriftenlisten
Von Marion Pokorra – Brockschmidt
Rheda-Wiedenbrück. Die Bundeskanzlerin hat wohl erfahren, dass die Schüler der Klasse 7a Ende September angekündigt haben: „Frau Merkel, wir kommen!“ Denn sie hat einen Termin für die Ernst – Barlach – Realschüler, die sich für den Erhalt ihrer Partnerschule in Südafrika engagieren, reserviert: am Dienstag, 23. November.
Machen sich für die Partnerschule Grootkraal stark: Esra Inam und Christoph Pflüger zeigen die Makarapas, die sie und ihre Mitschüler aus der Klasse 7a Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem SPD –Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner schenken wollen.
Dann machen sich 27 Jungen und Mädchen mit Lehrerinnen, der Schülervertretung und Eltern auf den Weg nach Berlin. Im Gespräch mit der Bundeskanzlerin wollen sie das Problem ihrer jungen Freunde in Südafrika schildern. Und sie werden Merkel Unterschriften überreichen, die sie auf dem Wochenmarkt in Rheda gesammelt haben. Bislang sprechen sich 2300 Bürger mit ihrer Signatur dafür aus, dass die Grootkraal Primary School in Südafrika erhalten werden soll. Und die Schüler sammeln weiter: Am Samstag, 6. November, bauen sie ihren Stand wieder auf dem Markt in Rheda auf.
Unterstützt werden sie von Klaus Brandner, SPD – Bundestagsabgeordneter. Der hatte die Jungen und Mädchen Ende September besucht und war nach deren Erzählungen über die Schule in Südafrika von der Wichtigkeit ihres Tuns überzeugt (die NW berichtete). Brandner hatte auch den Brief an die Bundeskanzlerin mitgenommen und ihn ihr direkt überreicht. Darin bitten die Kinder Merkel, dass sie ihren Worten auf dem UN – Millenniumsgipfel für die Einhaltung der Menschenrechte – zu denen auch Bildung gehöre – Taten folgen lässt.
Brandner ist es auch, der die Kinder nach Berlin einlädt und ihrer Klassenlehrerin Frau Maas den Termin bei der Bundeskanzlerin durchgegeben hat. Sie war davon ebenso überrascht wie die Schüler. Die seien sehr aufgeregt und würden ihre Ansprache an Westerwelle oft üben, damit sie sich in dem wichtigen Moment bloß nicht verheddern werden.
Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat einen Brief von den EBR – Schülern bekommen. Wie Maas gehört hat, hat er einen Mitarbeiter angewiesen, die Eigentumsverhältnisse des Geländes, auf dem die Grootkraal Primary School steht, prüfen zu lassen. Wie der südafrikanische Schulleiter Llewellyn Metembo Maas per mail mitteilte, hat sich der deutsche Botschafter in Südafrika bereits an ihn gewandt.
Das Gelände wurde, so der Schulleiter, an einen Investor verkauft, der ein Hotel bauen will. Die Schule, die 160 Kinder besuchen, soll am 30. Juni 2011 geschlossen werden. Die nächste ist 50 Kilometer entfernt, bietet aber nur Platz für 40 Schüler. Für die Ernst – Barlach – Realschüler heißt das: „Wir können unsere Freunde nicht im Stich lassen“, sagt Joana. „Denn sonst“, so Dennis, „bedeutet das für sie, dass sie nur Ziegen und Schafe hüten können – wie ihre Väter.“
Die Kinder schrieben auch an Nelson Mandela und baten ihn um Unterstützung. Von seinem Büro bekamen sie eine Antwort mit herzlichen Grüßen des Friedensnobelpreis – Trägers. Zwar habe sich Mandela mit seinen 94 Jahren zurückgezogen, doch wünsche er den Kindern bei ihrem Vorhaben alles Gute.
Nicht nur die haben nun hohe Erwartungen an ihren Besuch bei Angela Merkel. Auch Metembo schrieb hocherfreut: „Jetzt sind wir schon bei der Bundeskanzlerin:“

BRANDNER MELDETE ERSTE ERFOLGE
Aus zwei Bauhelmen haben Kinder der Klasse 7a Makarapas gebastelt, typisch für die Ausstattung eines südafrikanischen Fußballfans. Gedacht sind die für die Bundeskanzlerin Angela Merkel und den SPD – Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner – als Dankeschön für die Unterstützung der Schüler für den Erhalt der Grootkraal Primary School.
Gestern meldete Brandner erste Erfolge. Das Generalkonsulat in Kapstadt habe erwirkt, dass das Erziehungsministerium des Westkaps in dieser Angelegenheit aktiv werde. Er selbst habe die südafrikanische Regierung über die kritische Situation der Grootkraal Primary School informiert. „Die Schule kann laut Erziehungsministerium vor Ort nicht einfach zugemacht werden“, teilt Brandner mit. Es sei auf jeden Fall ein längeres, formelles Verfahren nötig, um die Schließung der Schule umzusetzen, so Brandner. „So ist erst einmal Zeit gewonnen, um eine Lösung im Sinne der Kinder zu erreichen. Das ist ein erster Hoffnungsschimmer für die 160 Kinder der Grootkraal Primary School,“
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