Bingo-Tag
Hinter die Maschinenbaukulissen geblickt
BINGO-Erlebnistag bei der Firma Süssmilch
„Stellt Fragen – der ganze Betrieb steht für euch offen!“ So begrüßte Ralf Süssmilch, Geschäftsführer der Süssmilch Gmbh & Co. KG aus Rheda-Wiedenbrück jetzt neun Schülerinnen und Schüler in seinem Unternehmen. Noch etwas verschlafen saßen die Achtklässler der Ernst-Barlach-Realschule um sieben Uhr morgens im Besprechungsraum des Maschinenbauunternehmens – doch schließlich sollten sie ja den alltäglichen Tagesablauf bei Süssmilch kennen lernen.
Die Realschüler waren im Rahmen eines BINGO-Erlebnistags (BINGO steht für „Berufsoffensive für Ingenier/innen in Ostwestfalen-Lippe“) ins Unternehmen gekommen, um dort einen Einblick in die unterschiedlichen Berufe im Werkzeug- und Maschinenbau zu bekommen. 46 Mitarbeiter hat das Unternehmen, davon vier Auszubildende. Feinmechaniker Werkzeugbau oder Maschinenbau kann man nach dem Haupt- oder Realschulabschluss bei Süssmilch lernen. „Wir achten besonders auf die Fächer Mathe und Deutsch. Außerdem sollten die Bewerber Begeisterung für Technik mitbringen“, erklärte Süssmilch. „Und was kann man nach der Ausbildung machen?“ wollte gleich einer der Schüler wissen. Da gebe es viele Möglichkeiten, so Süssmilch. Man kann natürlich im gelernten Beruf wei-ter arbeiten, sich beispielsweise aufs Programmieren oder Fräsen spezialisieren oder auch ein Ingenieursstudium beginnen.
Nach einer ausführlichen Einweisung in die Arbeitssicherheit ging es für die BINGO-Teilnehmer endlich auf Entdeckungsreise durch den Betrieb. Lehrer Frank Distler hatte von den Schülern im Unterricht die Skizze eines Mühle-Steckspiels anfertigen lassen. Nach dieser Zeichnung konstruierte nun ein Mitarbeiter am PC eine Vorlage. Die Schüler konnten hautnah erleben, wie auf dem Bildschirm ein dreidimensionales Bild ihres Entwurfs entstand. Im nächsten Schritt ging es zur Programmierung. Hier wurde der Name jedes einzelnen Schülers eingegeben, bevor die Daten an die Fräsmaschine übertragen wurden. Bei Manfred Lütkemeier beobachteten die Schüler schließlich, wie aus einem Aluminiumrohling ihr Steckspiel gefräst wurde. Weitere Stationen standen auf dem Programm, die die Schüler in Zweier- oder Dreiergruppen besuchten. An jeder Station wartete bereits ein Mitarbeiter und erklärte den jungen Besuchern, wie zum Beispiel mit den bei Süssmilch gebauten Werkzeugen und Maschinen Fensterheber für PKW gestanzt, Zugfedern montiert oder Rohre geschnitten werden. Ein so intensiver Blick hinter die Kulissen hat die Schüler begeistert. „Ich will auf jeden Fall später mal einen handwerklichen Beruf ausüben und mein Praktikum in der neunten Klasse will ich auch in diesem Bereich machen“, ist sich Milena Plugge sicher.
Für die Ernst-Barlach-Realschule und auch für die Firma Süssmilch war es der erste BINGO-Tag. „Uns hat der Tag sehr viel Spaß gemacht. Wer weiß – vielleicht sehen wir ja den einen oder anderen als Praktikanten bei uns wieder“ sagte Joachim Jasper, der bei Süssmilch unter anderem für die Ausbildung zuständig ist. Sicher ist: Spannend war es für beide Seiten und eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist nicht ausgeschlossen.
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